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Wer arbeitet 2030 noch im Krankenhaus?

Blog-Eintrag   •   Nov 23, 2017 15:00 CET

Von Michael Gabler, Leiter Firmenkunden

Von den heute im Krankenhaus tätigen Ärzten kann sich nur etwa ein Drittel vorstellen, dort auch in Zukunft zu arbeiten. Ein weiteres Drittel ist unentschieden und jeder Dritte will bis zum Jahr 2030 seinen Arbeitsplatz dort verlassen. Gleichzeitig sind die in unserer Studie Heilberufe 2030 befragten Young Professionals mehrheitlich sicher, dass Krankenhäuser in Zukunft eine bedeutende Rolle auch hinsichtlich der ambulanten Versorgung auf dem Land spielen werden. Wenn ich derzeit diese und andere Ergebnisse unserer Studie mit Vertretern aus dem Krankenhausumfeld diskutiere, rücken verstärkt zwei Aspekte in den Vordergrund:

Flexible Arbeitszeiten - Alles nur eine Frage der Organisation?

Erstens: Das Bewusstsein, dass der Fachkräftemangel neue Strategien erfordert, ist in den Häusern angekommen. Die Priorität des Themas muss jedoch weiter erhöht werden und Pauschallösungen gibt es nicht. In den Diskussionen wird sehr oft über den Wunsch der kommenden Generation nach flexiblerer Arbeitszeitgestaltung - von Männern wie Frauen - gesprochen. In der Tat wünschen sich die Ärzte, die wir im Rahmen unserer Studie befragt haben, bessere Arbeitszeiten, mehr Teilzeitmodelle und weniger Schichtdienste. Auch ein höheres Einkommen würde für sie zur Attraktivität des Arbeitsgebers Krankenhaus beitragen.

Seitens der Arbeitgeber wird oft über mögliche Spielräume diskutiert. Wir kennen Häuser, die über einen Personalpool zuvor getrennte Organisationseinheiten verbunden haben. Auf diese Weise haben sie nicht nur für eine gleichmäßigere Auslastung des Personals gesorgt, sondern waren auch bei Teilzeitwünschen oder Ausfällen deutlich flexibler. Auch die stärkere Differenzierung der Aufgabenprofile zwischen Medizinern, Pflege- und sonstigen Service-Kräften schafft notwendige Freiräume und stellt sicher, dass sich jeder Mitarbeiter auf seine Kernkompetenzen fokussieren kann. Wichtig ist dabei das reibungslose Zusammenspiel der Akteure, die alle für eine gute Patientenversorgung wesentliche Beiträge leisten.

Warten auf die Digitalisierung?

Zweitens: Technik kann helfen - wobei die Digitalisierung mitnichten alle Probleme im Krankenhaus lösen wird. Als wertvoller Helfer, beispielsweise mit Blick auf die von jungen Ärzten oft kritisierte Bürokratie, wird sie jedoch immer mehr geschätzt. Die Spielarten sind vielschichtig: Sprachassistenzsysteme, (teil-)automatisierte Dokumentationsabläufe oder gar die Erledigung von Verwaltungsaufgaben im Home Office sind nur einige Beispiele. In den aktuellen Diskussionen erfahre ich in letzter Zeit verstärkt von Lösungen, die mit moderner Technik sowohl Arbeitnehmern, als auch Arbeitgebern mehr Flexibilität ermöglichen. Den Marktteilnehmern ist dabei weitgehend bewusst, dass es für komplexe Probleme keine einfachen Antworten gibt. Krankenhäuser müssen sich strategisch für ihre individuelle Zukunft aufstellen. Themen wie Fachkräftemangel oder Digitalisierung, zählen zu den großen Herausforderungen und werden sich nicht mit Einzelentscheidungen bewältigen lassen.

Effiziente und digital unterstützte Prozesse werden aber ein Teil der Antwort sein. Auf der anderen Seite - und dass unterstreicht aus meiner Sicht die Einschätzung der jungen Generation der Heilberufler - gilt es aktiv mit den Veränderungen umzugehen und sie zu gestalten. Denn das „System Gesundheitsmarkt“, wie wir es heute kennen, wird sich in den nächsten Jahren weiter deutlich verändern. Sprechen Sie uns an, gerne begleiten wir Sie bei der Weiterentwicklung Ihres Hauses.

Weitere Informationen

Studie "Zukunftsbild Heilberufler 2030"

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