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Marktkommentar: China als Swing-Faktor im DAX

Der DAX wirkt 2026 auf den ersten Blick stabil, doch hinter dem Index verbergen sich sehr unterschiedliche Gewinner und Verlierer. Während einige Industrie- und Technologiewerte stark zulegen, stehen die deutschen Autobauer deutlich unter Druck, vor allem mit Blick auf China, so Timo Steinbusch, Leiter Portfoliomanagement der apoBank:

Der DAX ist derzeit kein einheitlicher Markt, sondern das gemeinsame Etikett für zwei völlig unterschiedliche wirtschaftliche Geschichten. Seit Jahresbeginn hat der Index nur moderat zugelegt, während Infineon um fast 50 Prozent gestiegen ist. BASF, Siemens und Allianz liegen ebenfalls zweistellig im Plus. Demgegenüber notieren die großen Autohersteller klar im Minus. Zwischen Infineon und BMW liegen derzeit rund 80 Prozentpunkte Performanceunterschied.

Diese Kluft ist nicht nur konjunkturell bedingt. Vor allem in China haben die deutschen Autobauer ein strukturelles Wettbewerbsproblem. Deutsche Marken verlieren Marktanteile, während lokale Anbieter und der Wandel zur Elektromobilität den Druck erhöhen. Die deutschen Fahrzeug- und Teileexporte nach China liegen deutlich unter dem Vorjahresniveau, aber auch die Absatzzahlen aus den lokal produzierenden Werken sind weiter unter Druck.

Für Anleger ist China kein einheitlicher Rückenwind. Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob Peking stimuliert, sondern was Peking stimuliert. Infrastruktur- und Produktionsprogramme wirken direkter auf Chemie, Automatisierung und Halbleiter, während Konsumimpulse die deutschen Premiumhersteller später und mit größerer Unsicherheit erreichen. BASF etwa profitiert stärker von einer industriell geprägten Erholung, als ein reiner Konsumimpuls es könnte.

China ist der Swing-Faktor für einzelne Unternehmen, im Basisszenario aber nicht stark genug, den gespaltenen DAX wieder zu vereinen. China kann die Spreizung im DAX verringern, im Basisszenario aber nicht aufheben. Für den Gesamtmarkt bleibt das globale Wachstum der wichtigste Treiber. Für Anleger zählt deshalb weniger der DAX als Ganzes, sondern die bewusste Entscheidung, welche dieser beiden Geschichten sie im Portfolio spielen wollen.

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