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Marktkommentar: Gold bleibt Krisenschutz Nummer eins

Steigende geopolitische Spannungen, hohe Schuldenstände und eine bevorstehende geldpolitische Wende rücken einen Klassiker der Vermögenssicherung erneut in den Fokus: Gold. Warum das Edelmetall aus Sicht langfristig orientierter Anleger aktuell besonders interessant ist, erläutert Klaus Niedermeier, Leiter Investment Strategie bei der apoBank (Deutsche Apotheker- und Ärztebank).

Gold bleibt für uns der Krisenschutz Nummer eins. In einer Welt wachsender geopolitischer Risiken und fragiler Staatsfinanzen behauptet sich das Edelmetall als verlässlicher sicherer Hafen. Die jüngste Kurskonsolidierung ändert daran nichts. Im Gegenteil: Sie eröffnet neuen, langfristig orientierten Anlegern attraktive Einstiegschancen auf hohem Niveau.

Makroökonomisch dreht der Wind zunehmend zugunsten von Gold. Der Inflationsdruck lässt nach, vielerorts scheinen die Zinspeaks erreicht oder überschritten. Damit sinkt der Gegenwind durch hohe Realzinsen. Zugleich ist der Verkaufsdruck im Markt gering, sodass bereits moderates Kaufinteresse spürbare Kursimpulse auslösen kann.

Einen wesentlichen Beitrag zur strukturellen Nachfrage leisten die Zentralbanken. Weltweit bauen sie ihre Goldreserven aus und unterstreichen damit die strategische Rolle des Edelmetalls, auch vor dem Hintergrund einer schrittweisen Abkehr vom US-Dollar als alleiniger Leitwährung. Besonders physisches Gold wie Barren und Münzen erleben einen anhaltenden Nachfrageboom, dem ein begrenztes Förderangebot gegenübersteht.

Im Portfolio-Kontext bleibt Gold ein wichtiger Diversifikator. In Phasen von Marktstress entwickelt sich der Goldpreis häufig gegenläufig zu Aktienmärkten und kann Schwankungen im Gesamtportfolio abmildern. Langfristig überzeugt auch die Rendite: In US-Dollar gemessen erzielte Gold in den vergangenen 50 Jahren eine durchschnittliche Jahresrendite von rund 9 %. Schutz und Performance schließen sich hier nicht aus.

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