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Marktkommentar: Ausgang der US-Zwischenwahlen erhöht die Planungssicherheit für Unternehmen

Die Midterm Elections in den USA haben zu einem Split Government geführt: Die Demokraten übernehmen die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses, während das Weiße Haus republikanisch bleibt. Damit wird die politische Handlungsfähigkeit von Präsident Trump spürbar eingeschränkt. Welche Auswirkungen dieser Wahlausgang für die Börsen und für Anleger haben kann, führt Reinhard Pfingsten, Chief Investment Officer der apoBank, aus:

Aus Marktsicht ist damit das wahrscheinlichste Szenario eingetreten. Entsprechend bleiben die Marktreaktionen bislang überschaubar. Nach anfänglichen Kursverlusten an den asiatischen Aktienmärkten, insbesondere im Technologiesektor, setzte im Handelsverlauf eine Erholung ein.

Die versöhnlichen Äußerungen Donald Trumps nach der Wahl, der seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Demokraten betonte, haben die Sorgen vor einer politischen Eskalation in Washington zunächst gedämpft und damit zur Stabilisierung der Marktstimmung beigetragen.

Der Wahlkampf Richtung 2028 startet heute. Positiv zu bewerten ist dabei, dass vor allem die gemäßigten, pragmatischen Senatoren wie Jon Ossoff in Georgia ihre Wahlen beeindruckend gewonnen haben und damit das Risiko eines Linksrucks der Demokraten mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Kapitalmärkte in den Hintergrund gerückt ist.

Größere fiskalpolitische Vorhaben werden künftig deutlich schwerer umzusetzen sein. Für weitreichende Steuer-, Ausgaben- oder Infrastrukturprogramme wird die Regierung auf die Zustimmung der Demokraten angewiesen sein. Der politische Entscheidungsprozess wird zwar konfliktreicher, gleichzeitig steigen jedoch die institutionellen Kontrollmechanismen.

Für den Anleihemarkt ist dies grundsätzlich positiv. Der Spielraum für zusätzliche schuldenfinanzierte Programme wird kleiner, was den Druck auf Staatsverschuldung und das Angebot neuer Staatsanleihen begrenzt.

Für Aktien ist das Umfeld grundsätzlich konstruktiv. Die Aussicht auf politische Blockaden begrenzt das Risiko weitreichender Eingriffe in die Wirtschaft und erhöht die Planungssicherheit für Unternehmen.

Gleichzeitig könnten die Demokraten versuchen, den regulatorischen Druck auf den Technologiesektor zu erhöhen. Das könnte einzelne Unternehmen sowie geplante Börsengänge im KI-Sektor, beispielsweise von Anthropic, stärker in den Fokus der Investoren rücken.

Anleger dürften nach Abschluss der Wahlen wieder stärker auf die wirtschaftlichen Fundamentaldaten achten. Konjunktur, Inflation, Geldpolitik und Unternehmensgewinne bleiben die entscheidenden Treiber für die Entwicklung der Kapitalmärkte. Die US-Wirtschaft zeigt sich weiterhin widerstandsfähig. Ein robuster Arbeitsmarkt, ein stabiler Konsum und solide Unternehmensgewinne bilden ein tragfähiges Fundament für Risikoanlagen.

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