Deutsche Apotheker- und Ärztebank folgen

Siri, ich habe Bauchweh - was soll ich tun?

News   •   Okt 13, 2017 15:00 CEST

Wie viel Digitalisierung braucht das deutsche Gesundheitswesen? Jessica Hanneken, Prokuristin bei der apoBank, moderierte die Session zu dem Thema. Es diskutierten Nikolaus Huss, Dr. Johannes Jacubeit, Silver Mikk und Dr. Jörn Klinger.

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist heute bei manchen Themen bereits Realität. Die Diskutanten auf dem Europäischen Gesundheitskongress im Oktober 2017 vertraten die Auffassung, dass die weitere Entwicklung nicht monolithisch erfolgen müsse – sprich es bedarf keiner gesamthaften Lösung, um das Gesundheitswesen zu digitalisieren. Vielmehr solle auf modulare Anwendungen gesetzt werden. Hier wurden konkrete Beispiele vorgestellt, die bereits positive Ergebnisse in der Versorgung erzielen: So zeigte Dr. Johannes Jacubeit, Geschäftsführer der connected-health.eu GmbH, die Möglichkeiten, wie Daten zwischen Arzt und Patient inzwischen unkompliziert, beispielsweise über eine App getauscht werden. Silver Mikk, Product Manager bei Dermtest UG, erklärte, wie Dermtest mit dem Smartphone Hausärzte mit Hautärzten verbindet und berichtete, dass auf diese Weise in Estland eine landesweite Abdeckung mit Hautärzten von 88 Prozent erreicht wird. Dr. Jörn Klinger, Chef bei Biotx.ai erläuterte, wie digitale Genomik und der Einsatz lernender Maschinen den Prozess der Wirkstoffentwicklung von Medikamenten verkürzt und so auch günstiger macht. Zudem sind auf diese Weise individuellere und folglich gezieltere Medikationen für den Patienten machbar.

Der Patient wird künftig mehr digitale Lösungen nachfragen. Ob Siri oder Alexa ihn künftig mit dem Arzt in Verbindung bringt, bleibt heute noch offen. Hinsichtlich der Rahmenbedingungen, die seitens der Politik in der anstehenden Legislaturperiode zu gestalten sind, wird ein flexibles Weiterdenken gewünscht. Um beispielsweise Daten besser nutzen zu können, sollte eine gesetzliche Vorgabe offene Schnittstellen vorgeben - auch um mehr Wettbewerb zu ermöglichen. Der Patient könne sich dann per Opt-out immer noch dagegen entscheiden.

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