Deutsche Apotheker- und Ärztebank folgen

Wie Corona das Gesundheitswesen verändert

News   •   Okt 27, 2020 13:34 CET

Die Pandemie hat das deutsche Gesundheitswesen bislang gut gemeistert, doch es bleibt für alle Akteure eine Herausforderung, auch im wirtschaftlichen Sinne - Darüber waren sich die Teilnehmer der Eröffnungsveranstaltung des 19. Europäischen Gesundheitskongresses einig. Trotz finanzieller Unterstützung entstanden vielerorts Mehrkosten. Nun geht die Pandemie weiter, der Investitionsstau bleibt, und ein Behandlungsstau kommt hinzu, denn Erkrankungen abseits von Corona wurden häufig hinausgeschoben, werden aber immer akuter.

Digitalisierung hat sich bewährt

Wie also die Gesundheitsversorgung effektiv aufrechterhalten? Viel Hoffnung liegt in der Digitalisierung. Die Pandemie hat gezeigt, dass sie zur Entlastung führen kann, sei es bei der Administration oder Organisation der Patientenströme. „Viele Ärzte haben es ausprobiert und gemerkt, dass digitale Lösungen nützlich sein können“, sagte Florian Leppert, der in der Diskussion die Deutsche Apotheker – und Ärztebank (apoBank) vertrat. „Es ist nicht nur die Videosprechstunde, inzwischen gibt es viele intelligente Anwendungen wie beispielsweise Self-Check-in oder das digitale Wartezimmermanagement, das bei administrativen Aufgaben entlasten und die Hygienekonzepte unterstützen kann“, so Leppert, der auch Projektleiter bei apoHealth ist, einem Kompetenzzentrum der apoBank für Digitalisierung im Gesundheitsmarkt.

Den Schwung der Veränderung mitnehmen

Corona hat für die Digitalisierung im Gesundheitswesen eine große Schubwirkung entfaltet, „das sollten wir in die nächste Pandemie-Phase auch mitnehmen“, sagte Leppert. Nach wie vor werde die persönliche Arzt-Patienten-Begegnung der Standard bleiben, doch mehr hybride Ansätze seien in bestimmten Situationen für beide Seiten eine bequemere Lösung. Bessere Vernetzung ermöglicht auch mehr ambulante Behandlung und damit auch Entlastung im stationären Bereich.

Eine wichtige Veränderung sieht Leppert auch in der Medizintechnik, die nun deutlicher auf regionale Lieferketten setze, was gleichzeitig zur Stärkung der europäischen Branchenakteure führt: „Vermutlich erfordert dieses Vorhaben auch finanzielle Förderung, doch der Effekt wäre mehr Unabhängigkeit in internationalen Krisenzeiten wie der aktuellen.“

"Mut zur Zukunft"

So lautet das Motto des diesjährigen Europäischen Gesundheitskongress, der vom 26. bis 28. Oktober 2020 digital abgehalten wird. In den Diskussionen und Foren geht es vor allem um die anstehenden Veränderungen in der Gesundheitsversorgung – um Finanzierung und Digitalisierung ebenso wie um Fachkräfte- und Pflegemangel, vor allem aber um die Konsequenzen, die aus der Corona-Pandemie zu ziehen sind.

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