Deutsche Apotheker- und Ärztebank folgen

Personalbedarf im Krankenhaus

Blog-Eintrag   •   Sep 19, 2018 16:00 CEST

Von Michael Gabler, Leiter Firmenkunden

Die richtigen Mitarbeiter zu finden und an das eigene Haus zu binden, zählt immer mehr zu den großen Herausforderungen für alle Unternehmen. Bundesweit wird ein Mangel an Fachkräften moniert und besonders das Gesundheitswesen steht im Fokus. Aus unserer Studie Heilberufe 2030 wissen wir, dass nur ein Drittel der heute im Krankhaus tätigen Ärzte sich dort auch in Zukunft sieht. Bei den Pflegekräften sieht es nicht besser aus. Hier ist zurecht die Diskussion um Kosten und Machbarkeit der Personaluntergrenzen im vollen Gang. Bei all dem bleibt ein Aspekt außen vor:

Potenziale der Digitalisierung

Neue technische Möglichkeiten könnten die Beschäftigen (und damit den Personalbedarf) entlasten; bei der täglichen Bürokratie, der Erstellung von Diagnosen oder dem Heben von Patienten. Das Spektrum ist vielfältig und vielversprechend. Umso erschreckender, dass genau diese Potenziale möglicherweise zur Verbesserung der medizinischen und pflegerischen Versorgung nicht zum Tragen kommen könnten.

11,6 Milliarden Euro fehlen

Eine aktuelle Studie des Bundesverband der Krankenhaus-IT Leiterinnen und Leiter hat den Fehlbetrag zwischen benötigtem und genehmigtem IT-Budget analysiert und kommt für das Jahr 2017 auf 1,6 Milliarden Euro. Hochgerechnet auf die kommenden fünf Jahre fehlen den deutschen Krankenhäusern demnach 11,6 Milliarden Euro für die Mindestausstattung ihrer IT. Der tatsächlich „wünschenswerte IT-Reifegrad“, bei dem auch neuere Technologien und die Kosten der digitalen Transformation berücksichtigt wären, ist darin noch gar nicht enthalten.

Zudem mangelt es auch im Bereich IT an Personal: Die Studie kommt auf knapp 2.700 fachlich qualifizierte Vollzeitkräfte, um IT-Betrieb und Digitalisierung überhaupt umsetzen zu können. Dabei ist aus meiner Sicht auch die Frage der Analysten interessant, ob sich solche Fachkräfte überhaupt mit „dem Tarifgefüge der Krankenhäuser“ zufrieden geben würden.

Gesamtstrategie zählt

Ein weiterer Punkt sollte eine Rolle spielen: Der Patient fordert die Digitalisierung, die er von anderen Lebensbereichen gewohnt ist, zunehmend auch in der medizinischen Versorgung ein. Bei unserer aktuellen Patientenbefragung zeigte sich die Mehrheit der Befragten diesen Anwendungen gegenüber aufgeschlossen. Gleichwohl sehen 83 Prozent noch Nachholbedarf im deutschen Gesundheitswesen.

Für die eigene Zukunftsfähigkeit ist einmal mehr die Gesamtstrategie der Kliniken entscheidend. Vor dem Hintergrund fehlender öffentlicher Finanzierungsmittel setzen sich die Häuser immer mehr mit externen Finanzmitteln auseinander; ein wichtiger Schritt aus Sicht einer Bank. Jedoch lassen sich mit Geld allein die Probleme nicht lösen. Zur Gesamtstrategie gehört v.a. auch der Blick über den Tellerrand: Wie sieht es mit flexiblen Arbeitszeitmodellen aus, die den Arbeitgeber attraktiver machen? Gibt es Tätigkeiten die sich organisatorisch bündeln lassen? Welche Kooperationen können den eigenen Betrieb bereichern und - so erleben wir es dann oft in der Praxis - dem eigenen Personal sogar zusätzliche Perspektiven bieten? Sprechen Sie uns an, wir begleiten Sie gerne aktiv bei den strategischen Überlegungen Ihres Hauses.

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