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Notfallversorgung: Weniger soll mehr werden

Blog-Eintrag   •   Apr 24, 2018 13:15 CEST

Von Michael Gabler, Leiter Firmenkunden

Gut ein Drittel der Kliniken nimmt der Gesetzgeber aus der Notfallversorgung heraus. In einem Stufensystem hat der Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) die Mindestanforderungen festgelegt, die künftig Voraussetzung für die Teilnahme an der Notfallversorgung sind. Was auf den ersten Blick deutliche Einschnitte vermuten lässt, soll im Ergebnis zu einer besseren Qualität in der Patientenversorgung führen. Klar ist, dass in der gegenwärtigen Struktur nicht alle Häuser optimal auf Notfallpatienten eingerichtet sind. Inwieweit die neuen Vorgaben tatsächlich zu Verbesserungen führen werden, wird sich zeigen. Noch lassen sich die Auswirkungen auf die flächendeckende Versorgung in Notfällen nicht abschätzen. Insbesondere bei der Erreichbarkeit im ländlichen Raum ist weiterer Diskussionsbedarf gegeben und auch die Frage, wie Krankenhäuser ihren Patienten gegenüber reagieren können, bleibt offen.

Stufensystem definiert Leistungsumfang

Hinsichtlich des eigenen Leistungsangebots sollten die Klinken jetzt den Bedarf ihrer Region und den Wettbewerb genau kennen. Denn auch wenn statistisch gesehen fast jede zweite stationäre Aufnahme aus der Notaufnahme resultiert, werden die Auswirkungen für die Krankenhäuser doch sehr unterschiedlich sein. Tatsächlich könnten kleinere Kliniken, für die die Notfallambulanz heute schon zu den defizitären Leistungen zählt, von der Neuregelung profitieren. Und zwar insofern, als dass sie die kostenintensiven Strukturen nicht mehr vorhalten müssen, oder höhere Zuschüsse erhalten könnten, da sie für die regionale Notfallversorgung zwingend notwendig sind.

Der weitaus größere Teil der Krankenhäuser jedoch sollte sich ansehen, auf welcher Stufe sie sich nach dem neuen Konzept sehen und welche der neuen Anforderungen für sie praktisch und wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar sind. Denn perspektivisch soll das Stufensystem dazu führen, dass Notaufnahmen kostendeckend eine hohe Behandlungsqualität für den Patienten bieten.

Eigenen Status quo kennen

Die Zuschläge, die je nach Stufe für die Teilnahme an der Notfallversorgung gezahlt werden, sind noch nicht vereinbart. Gleichwohl steht fest, welche Ausstattung und Abläufe jeweils erforderlich sind und dass sie Einfluss auf die künftige Krankenhausfinanzierung haben werden. Einmal mehr ist es wichtig, dass die Kliniken ihre eigenen Kosten- und Erlösstrukturen kennen. Welche Fallzahlen resultieren aus der Notaufnahme? Wie hoch sind die Erträge in den Abteilungen, die Gegenstand der Mindestanforderungen sind? Welche Investitionen können hier sinnvoll sein? Einmal mehr ist es für Krankenhäuser wichtig, ihre eigenen Finanzkennzahlen zu kennen, um sich zukunftsweisend aufzustellen. 

Sprechen Sie uns an, wir unterstützen Sie gerne bei der Systematisierung Ihrer Kennzahlen und Ihren strategischen Überlegungen.

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